Ü B E R  M E I N  W E R K

» L E B E N S A L L T A G  u n d  z e i t g e i s t«

 

 

Meine Bilder sind gegenständlich. Gerne male ich Menschen. Ich suche sie gezielt in alltäglich-beiläufigen Szenen in meinem Alltag. Mich interessieren nicht die Individuen an sich, sondern ihre Ausdrucksweise, ihre Körperhaltung, ihre Accessoires, die für mich für die heutige Zeit charakteristisch sind. Ich möchte Menschen in Situationen festhalten, die unserem heutigen Zeitgeist entsprechen.

 

Ich wurde zu meinen aktuellen Werken inspiriert durch die Ausstellung von Otto Dix in Düsseldorf, in der ich mir seine Bilder aus den 1920 er Jahren angesehen hatte und durch die ich eine Vorstellung der Lebensumstände der Menschen in dieser Zeit bekam. Danach fragte ich mich, was unsere folgende Generation mit einem gewissen Zeitabstand über uns denken wird. Daraufhin ging und gehe ich oft durch die Stadt und erforsche meine Umwelt, fotografiere die Menschen unserer Zeit mit meinem Handy, meist von hinten. Auch nutze ich dazu Spaziergänge oder Reisen, um so meinen Alltag festzuhalten. Zunächst hatte ich nur solche Menschen im Fokus, die der gesellschaftlichen Mittelschicht angehören. Dann wendete ich meinen Blick auch auf Menschen am Rande unserer Gesellschaft: z.B. Migranten, Alte und Gebrechliche, Bettler, damit ich die aktuellen Probleme unserer heutigen Gesellschaft besser erfassen kann und damit ein umfassenderes Gesellschaftsbild darstelle.

 

Der Betrachter findet in meinen Bildern häufig Rückenansichten oder 3/4 Rückenansichten, mit der Folge, dass die Personen entpersonalisiert dargestellt werden. Damit knüpfe ich an die Malerei der Romantik an. So kann sich der Kunstinteressierte mit der ins Bild schauenden Figur identifizieren. Ich nehme die Figuren aus ihren Alltagssituationen heraus und reduziere ihren Kontext. Ich arbeite meistens mit Öl- und Acrylfarbe auf Leinwänden, aber auch auf Kunstglas, Blechen, Dibondplatten oder Kunstfolien. Diese Medien erlauben einen Bezug der Malerei zum Raum, indem sie auch das Umfeld und den jeweiligen Betrachter im Bild widerspiegeln können. Dabei wähle ich oft ein mittelgrosses Format aus, in denen ich die gemalten Figuren lebensgross darstelle. Eine tiefe Hängung des Werkes an der Wand oder im Raum ermöglicht dann eine Begegnung auf Augenhöhe. 

 

Ich male auch Gegenstände, die zu bestimmten Motivgruppen gehören, die sich aus meinem Alltag ergeben: Das Bonbon aufgegessen und sein Papier achtlos zur Seite gelegt. In Hochglanzjournalen die Frauenbilder durchgeblättert, unsere "Vor"-Bilder? Überall am Strassenrand sehe ich gelbe Säcke oder Leute, die ihren täglichen Einkauf in Alditüten mit nach Hause tragen...

 

Die Arbeiten sind aus meinem unmittelbaren Lebensalltag entstanden. Was werden wohl meine Bilder der späteren Generation über unseren Zeitgeist sagen?